Förderanträge/DOP80-200-Bayern

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Antrag

Wer stellt den Antrag?

Volker Mische

Was soll gefördert werden?

Die Herausgabe der digitalen Orthofotos Bayerns mit 80 bzw. 200cm Bodenauflösung (DOP80/200) unter CC-BY DE 3.0 Lizenz. Dabei handelt es sich um ca. 400GB an Daten.

Bisher gibt es nur einen WMS mit diesen Daten, es gibt keine Möglichkeit an die Rohdaten ranzukommen. Für DOP200 gibt es ein Atom-Feed, man könnte die Daten also auch scrapen. Beim DOP80 ist dies nicht so leicht möglich, weil es nur einen WMS gibt.

Sobald der Antrag durch ist, würde ich mich darum kümmern, dass diese im Internet frei verfügbar sind. Vielleicht findet sich ja jemand aus dem Verein der ein bisschen Speicherplatz und Bandbreite hat. Falls nicht, versuche ich andere Quellen auf zu tun (ich kenne ja zum Glück viele Leute im Open Source/Open Data Umfeld). Natürlich ist es in Ordnung den Antrag unter dem Vorbehalt zu genehmigen, dass ich jemanden finde der es auch wirklich hostet.

Wie soll gefördert werden? (finanziell, Sachmittel, kann die Förderung als Spende fungieren?, …)

finanziell

Welcher Betrag wird benötigt?

  • Insgesamt: 340 EUR
    • DOP80 + 200 rausspielen auf Festplatte: 250 EUR
    • Versand (ich bekomme eine Festplatte und muss diese auch wieder zurückschicken): 10 EUR
    • Externe SSD zum speichern (500GB): 80 EUR

Ich würde extra eine externe SSD kaufen um die Daten auch lokal bei mir zu speichern. Ich würde eine SSD nehmen, weil diese leicht mitgenommen werden kann (z.B. zur FOSSGIS) oder auch billig verschickt werden kann, falls jemand die Daten offline haben will. Das ist allerdings nicht zwingend nötig es würde auch ohne funktionieren.

Welchen Bezug hat das Projekt zu "Freier Software im Bereich GIS" und/oder "Freier Geodaten"?

Es geht um die "Befreihung" von Rohdaten.

Wo befindet sich der Quellcode? Unter welcher URL kann man es klonen/auschecken?

Die Daten gibt es bereits per WMS: https://geoservices.bayern.de/wms/v2/ogc_dop80_oa.cgi

Unter welcher Lizenz steht der Quellcode?

Die Daten stehen unter CC-BY DE 3.0 Lizenz.

Wird die Veranstaltung/das Projekt von anderer Seite gefördert?

Nein.

Welche Konsequenzen hat eine Förderung/Nichtförderung?

Die Rohdaten bleiben beim Bayerischen Landesamt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung.

Mail an Vorstand (foerderantraege(at) f o s s g i s. de) geschickt?

Ja.

Zusammenfassung der Diskussion auf der Mitglieder-Mailingliste

CH fragt, wo die Unterschiede zwischen den Daten lägen, die per WMS zugänglich seien, und denen, die bezogen werden sollen. Darüber hinaus fragt er an, wie das Amt zu dem genannten Preis käme. Der Transfer von 400 GB sei heutzutage per Internet kosteneffizienter, sofern das Amt nicht schlecht angebunden sei. Zudem fragt er, ob es konkrete Nutzungsszenarien gäbe, bei denen der WMS oder die MapProxy-Instanz der SOSM nicht die bessere Wahl sei.

Der Antragssteller antwortet, dass es dieselben Daten seien, beim WMS aber noch einmal prozessiert seien. Es sei sehr schwierig, an die Originaldaten zu kommen. Der Preis sei ein Angebot des Amtes. Aufgrund der Datenmenge sei nur ein physischer Transfer möglich. Die Festplatte müsse er anschließend wieder zurückschicken. Ein WMS-Server können auch mal down sein und brauche eine Internetanbindung. Auf die Idee sei er gekommen, als Freunde von ihm, die ökologische Gutachten erstellen, vom Ausfall des WMS berichtet hätten.

CW begrüßt eine Förderung. Er rät, die Urheberrechtsfrage aus dem Antrag herauszulassen, falls sie nicht schon unter der CC-BY 3.0 angeboten werden würden, damit die Behörde kein Alibi habe, sich gegen die Veröffentlichung zu sträuben.

FJB kennt Probleme mit ausfallenden WMS-Diensten in der Forschung und Lehre. Er werde schauen, ob die Hochschule für Technik die Daten als WMS anbieten könne, wenn sie verfügbar seien.

TA: +1 Ein Bericht über den Dialog mit dem Amt im Nachgang wäre auf jeden Fall klasse.

AC schreibt, er betreibe seit ein paar Jahren einen WMS 1.3 Demo- und Referenzserver für das OGC.

MM findet die Idee grundsätzlich gut. Er kritisiert, dass die Daten alle zwei Jahre aktualisiert werden würden und der Effekt dann verpufft sei. Es bedürfe weiterer Ressourcen, um die Daten öffentlich zugänglich zu machen (Betrieb eines Servers, eine wandernde SSD sei nicht genug). Zudem fragt er nach der Reichweite – konkret, ob kommerzielle Anwendungsfälle und Hochschulen den Bedarf nicht selber decken könnten.
Er fände es sinnvoller einen MapProxy zu betreiben, der als Cache fungiere und die Verfügbarkeit erhöhe, zumal es auch anderswo (Berlin und NRW nennt er) große öffentlich zugängliche Datensammlungen gebe.

LL fragt nach, wie sich der Antragssteller die freie Verfügbarkeit der Daten im Internet vorstelle. Im Grunde spricht er sich für den Antrag aus.

Der Antragssteller antwortet auf CWs E-Mail, dass der WMS schon unter CC-BY 3.0 sei und zwei Personen ihm bestätigt hätten, dass die Daten auf der Festplatte auch unter dieser Lizenz seien.

Als Antwort an FJB schreibt der Antragssteller, dass es super sei, noch einen zweiten WMS zu haben.

Der Antragssteller versichert TA, dass er über die ganze Geschichte berichten werde.

CH stellt drei Punkte zur Diskussion. 1. Es gebe viele Geodaten, die die Produzenten unter freier Lizenz nur als Dienst bereitstellen würden. Man solle sich über die Auswahlkriterien solche Befreiungsaktionen und den Sinn und Zweck solcher Befreiungen Gedanken machen. Für kleine Ausschnitte sei es im Allgemeinen effizienter, den WMS zu scrapen, als die Daten aus einem GeoTIFF zu extrahieren. 2. Wenn der FOSSGIS selbst einen Fundus offener Geodaten bereitstelle, müsse man sich über das Wie Gedanken machen. 3. Wenn es unabhängig der hier diskutierten Daten im Verein Bedarf am Austausch großer Geodatenbestände unabhängig vom Vorhandensein einer breitbandigen Internetverbindung gebe, würde er das gern als separaten Förderantrag sehen. Der Verein könne Datenträger für solch ein Versandprogramm anschaffen. Es brauch dafür aber auch Aktive, die sich darum kümmern. CH stimmt TA grundsätzlich zu, dass der Verein im Bereich Lobbying und Beratung zur Bereitstellung offener Geodaten eine Menge machen könne.

Der Antragssteller antwortet auf MMs Anmerkung, die Wirkung des Gelds sei beim nächsten Update verpufft, dass man dann sehen könne, ob man die Daten im Gegenzug für eine öffentliche Bereitstellung kostenlos bekommen könne. Auf MMs übrige Kritik eingehend schreibt er, dass er sich um eine freie Verfügbarkeit im Internet kümmern werde. Er verstünde nicht, was MM mit "Bedarf selber decken" meine. Ihm sei ein Tilecache oder WMS nicht genug, z.B. wenn er selber einen WMS mit den Daten betreiben wolle oder mit neuartigen Replikationsprotokollen verbreiten wolle. Es sei seine Hoffnung, dass man genügend Anwendungsfälle zusammenbekomme, die man dem Amt berichten und es zur Umstimmung bewegen könnte.

Der Antragssteller antwortet an LL, dass er die Daten auf einem Fileserver bereitstellen wolle, wo sie einfach zum Download herumlägen. Er habe es erst etwas vage gehalten, weil er erst einmal sicherstellen wollte, dass einige den Antrag gut fänden. Er wollte nicht vorab ohne die Daten in der Hand hausieren gehen, habe es dann aber doch gemacht und von seinem Arbeitgeber, Protocol Labs, das Angebot erhalten, die Daten per HTTP und IPFS bereitzustellen.f

CW lobt OpenGeoData NRW für seine klare und einfache Bereitstellung der Geodaten.

Der Antragssteller antwortet an CH, dass er anfangs ein Scrapen des WMS geplant hatte, es aber schwierig sei, die Originalauflösung zu ermitteln. Rohdatendownload höre sich für ihn effizienter an.

Der Antragssteller schreibt an CW gerichtet, dass er in seinen E-Mails hin und wieder auch auf NRW verwiesen habe. Speziell Köln hätte eine super Seite dafür.

TA merkt an, dass die Bezirksregierung Köln das ehemalige Landesvermessungamt sei und für ganz NRW zuständig sei.

CW schreibt, dass man bei der Bezirksregierung Köln gute Arbeit mache.

MM schreibt, mit "Bedarf selber decken" meine er, dass mehrere Akteure, die die Daten benötigen, die Kosten anteilig tragen könnten. Öffentliche Einrichtungen (Hochschulen) hätten oft vergünstigten (kostenlosen) Zugang zu amtlichen Geodaten, sie könnten daher die Daten initial beziehen und weitergeben.

SH erinnert daran, dass QGIS WMS-DOPs auch als GeoTIFF abspeichern könne. Er weist darauf hin, dass die derzeit aktuellen DOPs irgendwann historische DOPs sein werden. Das Open-Data-Modell von GeoBasis NRW, d.h. dass jedes Land ein Open-Data-Portal betreibe, sei daher zu bevorzugen.

JT fragt, ob der Antragssteller einen konkreten Anwendungsfall habe. Hart ausgedrückt wolle der Antragssteller die Daten von einem obskuren Ort zu einem anderen befördern, wo sie niemand finde, sie aber per HTTP abrufbar seien. Es sei zudem unklar, ob jemand die Daten überhaupt nutzen werde, bevor sie veraltet sein werden. Er drückt außerdem aus, dass ihm eine schlüssige Begründung fehle. Man könne daraus sicherlich ein tolles Projekt machen, wie es von vielen im Thread schon angesprochen wurde, aber seien nur Ideen, von denen nichts im Antrags stünde. JT fragt, ob man damit mit openaerialmap.org zusammenarbeiten könne.

Der Antragssteller antwortet bezogen auf JTs Kritik der fehlenden Auffindbarkeit, dass er auf die Indizierung durch Suchmaschinen und das Verweisen in Anfragen auf die Quelle hoffe. JTs zweiten Kritikpunkt stimmt er zu. Er halte es dennoch erst für eine gute Idee, die Daten zu befreien. Mit den daraus entstehenden Anwendung wolle er dann auf politischer Ebene für die Sinnhaftigkeit der Freigabe von Rohdaten werben. Anwendungen seien z.B. eine zusätzlich betriebene WMS-Instanz einer Hochschule, eine Offline-Basiskarte für eine Allgäu-Wanderkarten-App oder ein qualitätsreduziertes großes GeoTIFF, das man lokal vorhalte und für Gutachten als Hintergrundkarte offline verwenden könne.

Der Antragssteller antwortet auf JTs Hinweis auf openaerialmap.org, dass openaerialmap.org seine Bilder unter CC-BY 4.0 lizenziere und nur "contributors of Open Imagery Network" als Quelle zu nennen seien.

CH bittet den Antragssteller in dem aktuellen Zusammenhang nicht von "Befreiung" von Daten zu sprechen. Sie seien schon unter einer freien Lizenz lizenziert und Befreiung beziehe sich eigentlich um das Veröffentlichen nicht offener Daten unter einer freien Lizenz.

Der Antragssteller dankt CH für den Hinweis.

Der Antragssteller merkt bezugnehmend auf MMs E-Mail an, dass die ihm bisher bekannten Anwendungen eher den WMS verwenden oder scrapen würden.

JK findet die Idee der Bereitstellung interessant und grundsätzlich im Einklang mit den Vereinszielen. Er frage sich jedoch, ob es wirklich relevant und sinnvoll genug sei. Ein langfristiger, breiter oder neuartiger Effekt fehle ihm. Der Datensatz, der Gegenstand des Antrags sei, sei jetzt schon zugänglich – als ein Datensatz nur gegen Geld, der Betrag sei hoch, aber vermutlich gerechtfertigt. Er findet das Scrapen nicht so schlimm und schwer. Die auf Festplatte gelieferten Daten seien auch keine Originaldaten, sondern resampelt. Der "Rohdatenebezug" erscheine ihm als Perfektionismus und fragt, ob es überhaupt eine Anwendung gebe, die ohne Zugriff auf die Daten (nicht den WMS) nicht möglich sei. Er fragt, ob ein Crowdfunding unter den Anwendern, die die Daten benötigen, nicht zielführender sei. Er fände es gut, wenn aus dem Antrag ein IPFS-Konzeptstudien-Antrag würde, bei dem der Datensatz als Testdatensatz diene und ein Jahr lang die Bereitstellung als IPFS gestetet werde. Er fände es hoch interessant, sei sich aber unsicher, ob der Verein solche Aktivitäten fördern könnte.

Der Antragssteller nennt als Ziele: ein großes GeoTIFF direkt im Browser anzeigen, ein speicherplatzoptimiertes GeoTIFF, weitere Dinge, die ihm noch einfallen werden. Er finde es wichtig, dass derjenige, der offene Daten fordert, auch etwas damit mache. Das Scrapen halte er nicht für so trivial, wie JK es darstellt. Er stimmt JK zu, dass der Qualitätverlust (des Scrapens) für alle Anwendungen, die ihm in den Sinn kämen, keine Rolle spiele. Als Antwort auf JKs Frage nach Anwendungen, die ohne den Rohdatenbezug nicht möglich seien, nennt er FJBs WMS. Er stimmt JK zu, dass den meisten ein WMS genügen würde.

Entscheidung

Der Antrag ist abgelehnt worden.

Hallo Volker, liebe Mitglieder,

vielen Dank für deine Initiative bzgl. der digitalen Orthophotos 80 und 200 cm in Bayern. Zwar finden wir es toll, dass du dich bemühst, die Daten besser zugänglich zu machen, jedoch bleiben uns angesichts der unkonkreten Pläne im Antrag Zweifel, dass das Geld gut investiert ist. Es ist nicht getan, die Daten zu bestellen. Damit die Daten wirklich von allgemeinem Nutzen sind, bedarf es einer kontinuierlichen Verfügbarkeit und Auffindbarkeit im Internet. Zwar kann man die Daten auf einen öffentlich zugänglichen Webserver tun und dort zum Herunterladen zur Verfügung stellen. Wir fragen uns jedoch, wie lange das funktioniert. Länger laufende Projekte, hinter denen nur eine(r) Ehrenamtliche(r) steht, neigen dazu, früher oder später hinten runter zu fallen oder einzuschlafen. Zudem ist bei der beantragten Lösung die Auffindbarkeit das Problem. Wir, der Vorstand, haben in unserer Sitzung am 9. Juli daher entschieden, den Förderantrag DOP80-200-Bayern abzulehnen.

Diese Ablehnung ist nicht der Schlussstrich unter der Sache. Der FOSSGIS e.V. fördert Open Data, aber die Förderung sollte nachhaltig sein. Was wir gerne sehen würden, wäre ein ganzheitliches Konzept, bei dem nicht nur Daten "eingekauft" werden, sondern auch beschrieben wird, wie die Daten zugänglich und auffindbar gemacht werden. Wir haben Bedenken, dass der aktuelle Antrag dazu führt, dass Daten gekauft werden, die nachher bei einem Mitglied daheim im Regal auf der Platte liegen und nur schwer zugänglich und erst recht schwer auffindbar sind.

Der Antrag hat eine Lücke in Sachen Open Data aufgezeigt. In einigen Bundesländern gibt es Geodatendienste (meist WMS), deren Daten unter einer freien Lizenz stehen, die aber nicht als ganzer Datensatz zur Verfügung stehen. Bayern ist kein Einzelfall. Wir denken, dass wir als Verein diese Lücke schließen können, wenn sich dafür Freiwillige finden, die einerseits solche Daten sammeln und andererseits eine Plattform zum Herunterladen solcher Datensätze bereitstellen. Der Begriff Plattform heißt nicht, dass es zwangsläufig ein supertolles Open-Data-Portal sein muss. Eine einfach gehaltene Website tut es auch und senkt die Zugangshürden schon deutlich. Die Hauptarbeit dürfte anfangs das Beschaffen der Daten sein, etwas, was nicht unbedingt besonders hohe technische Kenntnisse voraussetzt.

Wir halten es für möglich, dass Behörden auf Bereitstellungskosten verzichten, wenn wir ihnen im Gegenzug eine dauerhafte Bereitstellung auf unsere Kosten in Aussicht stellen können.

Der FOSSGIS ist kein Wünsch-dir-was-Verein, sondern ein Mitmachverein, der von seinen Mitgliedern getragen wird. Sollte sich eine Arbeitsgruppe gründen, die solch ein Projekt betreiben möchte, sind wir bereit, deren Förderantrag zu bewilligen. Viele Grüße

Michael
für den Vorstand

Formalitäten

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Report nach dem Event

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